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AFRIKA


Fels- und Höhlenbilder

Zeugnisse der Urbewohner Afrikas


Der überhängende Fels schützt viele der 15'000 Felsbilder auf der Sahara Hochebene, der grössten prähistorischen Kunstgalerie, die es heute auf der Welt gibt.

Vor ungefähr achttausend Jahren, als die Ausläufer der Eiszeit über Europa lagerten, war die heute verödete Sahara fruchtbares Land, dessen sprudelnde Quellen und grüne Täler von Fisch und wildem Getier wimmelten. Während der folgenden 6000 Jahre begründeten wandernde Völkerschaften in diesen einladenden Gefilden eine Reihe zunehmend fortschrittlicher Lebens- und Siedlungsgemeinschaften, deren Alltag sie in bemerkenswert schönen Malereien und Ritzungen auf dem gewachsenen Fels verewigten. Diese Felsbilder stellen den vollständigsten Bericht über die afrikanische Frühzeit und über das Steinzeitleben überhaupt dar.

Zeremonielle Gestalten, etwa um 4000 v. Chr. gemalt, nehmen an einer feierlichen Handlung, vielleicht einer Stammesgründung teil. Die Männer und Frauen tragen einen an Ägypten erinnernden Kopfputz.

Um 2000 v. Chr. begann die Sahara - wegen des abnehmenden Zustroms feuchter Luft aus Norden und anderer klimatischer Veränderungen - zu veröden. Tiere und Menschen wanderten ab, nur die Felsbilder blieben - geschützt durch die trockene Luft und durch die Nester der Sandvipern. Im Jahre 1956 begann der französische Ethnologe Henri Lhote mit der Erforschung der vergessenen Fresken von Tassili n'Ajjer, einem unwirtlichen Hochplateau 1500 km südöstlich von Algier. Nachdem er und eine Gruppe von Zeichnern 800 Bilder getreulich kopiert hatten, tauchten sie nach Ablauf von 16 Monaten mit einem Porträt der einst grünen Sahara und des Beginns afrikanischer Kultur wieder auf. (170)

 

Das so unbelebt erscheinende Hoggar-Massiv in der algerischen Wüste ist uralter Kulturboden. Die Felszeichnungen im Hochplateau des Tassili n'Ajjer geben noch heute lebendigen Aufschluss über das Leben und die Vegetation vergangener Zeiten.

   

 

Vielfalt afrikanischer Felsmalerei

Höhlenmalerei aus Matandosch, Libyen

Die "Weisse Dame vom Brantberg" aus der Region nordöstlich der Walfischbucht, die wohl eher ein Bogenschütze ist; aus Kreta oder Ägypten, wie die Kleidung vermuten lässt.

Jagdszene, Südafrika

"Buschmannskunst" mit Darstellungen von Antilopen,
Zebras und Jägern - Natal, Südafrika

Zeichnungen von Djebel Afila, Tafilat, Südmarokko

Tierdarstellungen aus der Etembahöhle in Südwestafrika.


Fels- und Höhlenmalereien sind übrigens von Skandinavien bis Südafrika und von Ostspanien bis Australien verbreitet (vom Jungpaläolithikum um 35000 v. Chr. bis zur Eisenzeit).


07. November 2005